Wie wirken verschiedene Soft Skills auf die Zielerreichung – insbesondere im Verkauf? Mit dieser Frage im Hinterkopf habe ich mir insgesamt 16 soziale Kompetenzen angesehen und kurz beschrieben, wie ein ‚zu viel‘, ‚zu wenig‘ und ‚genau richtig‘ aussehen kann.

Im ersten Teil ging es um Eigenverantwortung, Selbstvertrauen, Motivation, Kontaktfähigkeit und Misserfolgstoleranz. (Falls Sie ihn noch nicht gelesen haben, ist hier der Link für Sie).

Im zweiten Teil haben wir uns die Faktoren Systematik, Arbeitszufriedenheit, Statusmotivation, den Leistungsdrang und das Auftreten angesehen. (Hier der Link zum Beitrag für Sie).

Im diesem dritten und letzten Teil geht es nun um die Kompetenzen Einfühlungsvermögen, Einsatzfreude, Initiative, Kritikstabilität, Flexibilität und Selbstsicherheit und ich wünsche Ihnen gute Erkenntnisse.

Einfühlungsvermögen: Haben Sie mich wirklich verstanden?

Einfühlungsvermögen beschreibt, wie gut Sie die Anteile der Kommunikation wahrnehmen und richtig interpretieren, die über die direkte Botschaft hinausgeht. Anders gefragt: können Sie bei geschriebenen Texten „zwischen den Zeilen“ lesen und im direkten Kontakt Gestik, Mimik und Körpersprache Ihres Gegenübers richtig deuten und angemessen darauf reagieren?

 

Genau richtig

Sie verstehen diese Botschaften und haben insgesamt ein gutes Gespür für Menschen. Entsprechend können Sie sich selbst in schwierigen Situationen angemessen verhalten und ein optimales Gesprächsklima herstellen.

 

Zu wenig 

Wenn zu wenig Einfühlungsvermögen vorhanden ist, fehlt schnell die gemeinsame Wellenlänge. Menschen mit nur geringem Einfühlungsvermögen sind „blind“ für indirekte Botschaften ihrer Gesprächspartner, die sich ihrerseits nicht verstanden oder nicht richtig ernst genommen fühlen können.

 

Zu viel 

Zu viel Einfühlungsvermögen kann ein echter ‚Energieräuber‘ sein, vor allem, wenn wir „mitleiden“. Gleichzeitig können diese persönlichen Gefühle unter Umständen die rationalen Argumente im Verkauf verdrängen.

Einsatzfreude: Sind Sie auch schön fleißig?

Einsatzfreude steht für den Arbeitseinsatz eines Menschen – für seinen Fleiß und sein Engagement. Belastbarkeit und Motivation sind eng mit diesem Soft Skills verbunden.

So könnte Einsatzfreude bei Ihren Mitarbeitern wirken:

 

Genau richtig

Ihr Mitarbeiter strengt sich an und zeigt aus eigenem Antrieb hohen Einsatz für Ihr Unternehmen. Er übernimmt gerne Verantwortung – auch für neue Bereiche – und nutzt Fortbildungsmöglichkeiten. Auf die persönliche Weiterentwicklung wird großen Wert gelegt.

 

Zu wenig 

Ihr Mitarbeiter kann sich in diesem Fall mit dem Leistungsprinzip nur zu geringen Teilen identifizieren. Die Verantwortung überlässt er gerne anderen. Auch ansonsten wirkt er eher lustlos. Ohne Anweisungen und Kontrolle bleibt vieles einfach liegen.

 

Zu viel 

„Übermotiviert“ ist hier der richtige Ausdruck, denn zu viel Einsatzfreude kann in „Aufopferung für das Unternehmen“ enden. Damit gehen u.a. gesundheitliche Risiken einher, aber auch die Gefahr, ausgenutzt zu werden.

Initiative: Wie viel Druck brauchen Sie?

Initiativ sind Menschen, wenn sie eigenständig, ohne Aufforderung und Druck von außen aktiv werden um Aufgaben zu erledigen. Kontrolle und „Mikro-Management“ sind im Arbeitsalltag nicht erforderlich.

So wirkt der Faktor bei Ihren Mitarbeitern:

 

Genau richtig

Ihr Mitarbeiter sucht auch bei schwierigen Problemen selbständig nach einer Lösung. Dabei nutzt er den Rahmen seiner Befugnisse optimal aus. Vermutlich liebt er es auch, sich selbst und Andere für neue Ziele zu motivieren.

 

Zu wenig 

Ist der Faktor ‚Initiative‘ nur gering ausgeprägt, werden die Tätigkeiten langsamer oder nur schleppend erledigt. Ihr Mitarbeiter sichert sich nach allen Seiten ab und handelt nur, wenn es klare Anweisungen und Anleitungen gibt.

 

Zu viel 

In diesem Fall werden die Grenzen der Entscheidungsspielräume durch den Mitarbeiter überschritten. Er plant oft mehr, als anschließend gearbeitet werden kann, was Frust und mitunter Chaos hervorruft.

Kritikstabilität: Wie gut können Sie mit Kritik umgehen?

Wie der Name schon sagt beschreibt Kritikstabilität, wie gut jemand mit Kritik – oder mit Äußerungen, die als Kritik empfunden werden – umgeht. 

So kann der Faktor ‚Kritikstabilität‘ bei Ihren Mitarbeitern wirken:

 

Genau richtig

Ihr Mitarbeiter betrachtet Kritik als etwas Positives und versucht, sie zur persönlichen Weiterentwicklung zu nutzen.

 

Zu wenig 

Ist Kritikstabilität nur in geringem Maße vorhanden, nimmt der Mitarbeiter Kritik sofort persönlich. In der Folge kann es passieren, dass dieser Mensch Situationen vermeidet, in denen er Kritik ausgesetzt ist. Fehlende Kritikstabilität kann sich aufgrund von damit verbundenem  Stress auch auf die Gesundheit negativ auswirken.

 

Zu viel 

Hier tritt der „Lotus-Effekt“ auf: Kritik perlt einfach vom Mitarbeiter ab. Er oder sie ist für Kritik nicht mehr zugänglich und nimmt sie im schlimmsten Fall nicht mehr ernst.

Flexibilität: Sorry, können Sie das mal eben direkt erledigen?

Der Soft Skill Flexibilität beschreibt, wie gut Sie auf Veränderungen reagieren und ob Sie anschließend weiterhin an Ihren Zielen arbeiten. Wir könnten diesen Faktor auch als ‚Anpassungsfähigkeit‘ bezeichnen.

 

Genau richtig

Ihr Mitarbeiter kann sich schnell und mühelos auf neue Gegebenheiten, Situationen und Gesprächspartner einstellen. Es fällt ihm leicht, neue Herausforderungen zu akzeptieren und sich angemessen zu verhalten.

 

Zu wenig 

Am besten wäre es, wenn immer alles so bliebe, wie es ist. Veränderungen lösen Widerstände aus und das Neue wird in Frage gestellt. Der Mitarbeiter benötigt viel Unterstützung, um mit den Veränderungen fertig zu werden.

 

Zu viel 

Wenn zu wenig Abwechslung und Vielfalt geboten werden, kann dies schnell in Langeweile umschlagen. 

Selbstsicherheit: Wie sicher und souverän sind Sie?

Der Soft Skill Selbstsicherheit beschreibt, wie sicher und souverän Sie sich in Ihrem beruflichen Umfeld bewegen können.

Und so sieht es bei Mitarbeitern aus:

 

Genau richtig

Ist Ihr Mitarbeiter ein selbstsicherer Mensch, weiß er, was er will. Er ist argumentationsstark und kann Entscheidungen sicher fällen. Dadurch wirkt er überzeugend auf andere Menschen.

 

Zu wenig 

Ein Mitarbeiter, der sich unsicher fühlt, hat jegliche Schlagfertigkeit verloren. Bei zu treffenden Entscheidungen fühlt er sich schnell überfordert. Von „guten Argumenten“ lässt er sich wahrscheinlich schnell überrumpeln. 

 

Zu viel 

Wer sich seiner Selbst zu sicher ist, überschätzt schnell die eigene Position. Im schlimmsten Fall entsteht der Glaube, unersetzlich zu sein.