Hochsensibel Krisen vermeiden
So erkennst du Krisen, bevor sie entstehen
Hochsensible Selbstständige scheinen insgesamt ein erhöhtes Risiko für wirtschaftliche Krisen zu haben, allerdings nicht aufgrund ihrer Hochsensibilität per se, sondern wegen der psychischen und emotionalen Herausforderungen, die mit ihrer Sensitivität einhergehen.
Die finanzielle Unsicherheit in der Selbstständigkeit – schwankende Einnahmen, Existenzängste, Unsicherheiten – wirkt auf Hochsensible oft besonders belastend. Sie nehmen Rückschläge intensiver wahr und können sich schneller überfordert oder gelähmt fühlen, was die Gefahr erhöht, in eine wirtschaftliche Krise zu geraten.
Diese Gefährdung entsteht vor allem durch hohe Ansprüche an Perfektion, Selbstkritik, Angst vor Kritik, Schwierigkeiten beim Delegieren sowie mangelnde Abgrenzung und Selbstfürsorge.
„Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“
– Max Frisch
Wahre Worte. Aber wie nimmt man einer Krise den Beigeschmack der Katastrophe? Die Antwort ist einfacher als viele denken: Die meisten Unternehmenskrisen kündigen sich frühzeitig an.
Um diese Warnsignale einer drohenden Krise zu erkennen, braucht es „nur“ zwei Dinge:
1. Aufmerksamkeit, also hinschauen statt verdrängen und
2. Ehrlichkeit sich selbst und der Situation gegenüber.
Worauf soll man nun achten und bei welcher Situation sollten die Alarmglocken klingeln? Das schauen wir uns jetzt an, wobei es gut zu wissen ist, das jede Krise in 3 Phasen erfolgt.
Lange bevor die Anzeichen einer Krise wie Umsatzrückgänge etc. deutlich zutage treten, gibt es bereits erkennbare Warnsignale. In den meisten Fällen werden diese aber erst bei der späteren Ursachen-Analyse einer Krise wirklich wahrgenommen.
Hier findest du fünf frühzeitige Anzeichen einer drohenden Unternehmenskrise. Nutze diese Aufzählung gerne als Checkliste und prüfe jeden der Punkte für dich.
Die Antworten auf diese Fragen lassen sich zum Teil aus Beobachtungen oder einer einfachen Online-Recherche ableiten.
Wenn du Mitarbeitende hast: Wie steht es um das Betriebsklima? Bitte antworte ehrlich! Denn das Betriebsklima wirkt sich auf die Motivation deiner Beschäftigten und damit auf den Unternehmenserfolg aus. Anzeichen für ein bescheidenes Betriebsklima sind
Die Erfahrung zeigt, dass die besten Mitarbeitenden als erste ein Unternehmen verlassen, wenn es mit dem Betriebsklima nicht mehr stimmt. In einer Zeit fehlender Fachkräfte kann dies schnell zu einem ernsthaften Problem werden.
Für Soloselbstständige bedeutet „Betriebsklima“ vor allem: Wie steht es um deine eigene innere Verfassung?
Warnsignale sind:
Vielleicht spürst du intuitiv, dass dein Angebot sich ändern muss, schiebst die Umsetzung aber auf.
Prüfe diese Krisenfaktoren:
Es gibt eine Faustregel, nach der, abhängig von der Branche und der Art des Geschäfts, kein einzelner Kunde mehr als 10 bis 20 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen sollte. Alles andere ist sehr riskant.
In diesen Punkten findest du häufige Ursachen für Krisen!
Werden diese nicht erkannt und entsprechend korrigiert, wirken sie sich auf die Wettbewerbsfähigkeit deines Unternehmens und damit auf den Ertrag aus. Sie führen dann geradewegs in die nächste Phase.
In Phase 2 treten die Wirkungen der genannten Ursachen zunehmend deutlich zutage. Dies sind:
1) Rückläufige Umsätze
2) Erhöhte Kosten
3) Zunehmende Verschuldung
Wer erst jetzt beginnt, Gegenmaßnahmen einzuleiten, hat bereits wertvolle Zeit verloren. Denn je länger man wartet, desto weniger Handlungsalternativen bleiben. Ich nenne dies das „X der Krise“.
Obwohl die Zahlen einen klaren Trend oder schon eine deutliche Sprache sprechen, machen manche hochsensible Selbstständige weiter wie bisher.
Der dahinterliegende Gedanke: „Wenn ich die Durststrecke überstehe, wird alles wie früher.“ Es ist das „U der Hoffnung“, die bekanntlich zuletzt stirbt.
Aussitzen und hoffen ist jedoch das Falscheste, was man in einer solchen Situation tun kann. Denn das „X der Krise“ zeigt, wie sich das Verhältnis von Handlungsraum und Handlungsdruck im Laufe der Zeit verändert.
Deutlich wird dies, wenn wir uns das Finale einer Unternehmenskrise ansehen.
„Eine Krise ist wie Fahrradfahren durch eine Kurve. Je früher man einlenkt, desto geschmeidiger kommt man hindurch.“
– Unbekannt
Um in dieser Phase die Kurve noch zu bekommen, muss allerdings der Lenker schon herumgerissen werden. Denn die in Phase 2 auftretenden Symptome spitzen sich weiter zu.
1) Permanent ausgeschöpfte Kreditlinien,
2) Überschreiten von Zahlungszielen,
3) Verunsicherung, Frust, Demotivation,
4) Existenz-Angst
5) Körperliche Symptome wie Schlafstörungen, chronische Erschöpfung, Verdauungsprobleme.
Die emotionale und sensorische Überwältigung kann so stark sein, dass:
Am Ende kann das Unternehmen in dieser Krisenphase fälligen Forderungen nicht mehr nachkommen.
Unternehmenskrisen kündigen sich frühzeitig an. Und als hochsensibler Mensch hast du die besondere Gabe, diese Krisensignale früh wahrzunehmen.
Krisenprävention:
Bei ersten Krisensymptomen (Phase 2):
In der akuten Unternehmenskrise (Phase 3):
Denk daran: Zögere nicht in der Krise, denn der Handlungsdruck wächst stetig, während die Optionen schwinden. Gerade für dich als hochsensiblen Menschen ist frühzeitiges Handeln entscheidend, bevor die emotionale Überwältigung durch die Krise einsetzt.